Donnerstag, 23. März 2017

Was ist ein normaler Tag?

Ist ein normaler Tag, wenn immer das gleiche passiert? Oder etwas, was abzusehen ist? Oder kann ein normaler Tag mehr sein? Ist mein normaler Tag anders als deiner?


Meine Tage laufen meistens gleich (also auch ziemlich langweilig und vorhersehbar) ab. Ich quäle mich aus dem Bett,  Morgentoilette, anziehen, Frühstücken und dann schauen, was der Tag so bringt... Etwas Sport, ein wenig spielen (manchmal auch mehr als ein wenig...), lesen, basteln oder es liegt etwas an, was erledigt werden muss.
Und manchmal, wenn es ein "guter normaler Tag" ist, schaffe ich auch das, was ich mir vorgenommen habe... meistens eher nicht. Dann sitze ich einfach nur rum, um wundere mich, dass es schon so spät geworden ist... ich bin doch eben erst aufgestanden und nun soll es schon 16:00 Uhr sein? Wo ist die Zeit geblieben? Ich habe wieder nichts geleistet. Der Druck, den ich mir selbst mache, weil ich eben nichts mache, ist enorm. Teilweise so schlimm, das ich kaum Luft bekomme. Vorhaltungen bekomme ich nicht. Aber ich mache sie mir selbst... Na komm, so schwer kann es doch nicht sein, mal Wäsche zu waschen, oder das Bad komplett zu putzen und nicht immer nur teilweise... Andere Frauen in meinem Alter schaffen das doch auch.
Aber nein, ich schaffe es nicht. Und dagegen ankämpfen kostet so viel Kraft... Die ich manchmal einfach nicht aufbringen kann.

Mein heutiger Tag begann damit, dass ich wieder kaum geschlafen habe. Grübeln, Angst zu verschlafen, Kopfschmerzen... Keine gute Kombination für einen erholsamen Schlaf...
Ich bin also völlig übermüdet und mit besonders guter Laune aufgestanden. Danach rasch anziehen, waschen, eben alles um aus dem Haus gehen zu können, ohne zu müffeln, oder auszusehen, wie aus dem Bett gefallen (was in meinem Fall ja nicht mal sooo falsch gewesen wäre...) Danach bin ich mit der Bahn zu meinem Abschlussgesprächstermin mit meiner Psychologin gefahren. Sie hat mich (wegen chronischer Migräne) bereits seit vier Jahren behandelt. Heute ist damit Schluss, da sie beschlossen hat, näher an ihrem Wohnort zu arbeiten (was ich nachvollziehen kann, täglich knapp 2 Stunden zur Arbeit ist echt viel). Das Gespräch war wie immer sehr intensiv, heute aber noch mit dem Gefühl des Verlustes und der Trauer begleitet. Nach dem Gespräch haben wir uns mit dem Versprechen verabschiedet, in Kontakt zu bleiben. Das macht es etwas leichter... Auch wenn ich sie wirklich vermissen werde.
Auf dem Rückweg ist, mal wieder, eine Bahn ausgefallen und ich stand über eine halbe Stunde rum, weil keine Durchsage kam... Zum Glück hatte ich ein Buch dabei...
Als ich dann zu hause angekommen bin, war (und bin ich noch immer) total erschöpft. Die vielen Menschen, die lauten Geräusche und keine Möglichkeit einfach zu fliehen und sich zu verkriechen... ja, da muss man durch, schön ist es aber trotzdem nicht...
Der Rest meine Tages ist also normal verlaufen. Gleich werde ich noch Abendessen kochen und etwas Zeit mit meinem Liebsten verbringen. Trotzdem habe ich einfach das miese Gefühl, nicht genug geleistet zu haben... Ein normaler Tag also.


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