Ich habe im Moment das Gefühl, dass mein Leben daraus besteht, zu warten. Darauf, dass ich einen Reha-Platz bekomme. Auf den nächsten Arzttermin. Das mein Mann nach Hause kommt, oder die Waschmaschine fertig ist.
Warten, warten, warten...
Und wenn ich warte, dann kommen die Gedanken. Und wenn die Gedanken kommen, dann kommen die Gefühle und wenn die Gefühle kommen, verstecke ich mich in meinem Turm der Gefühllosigkeit...
Ich versuche mich abzulenken. Doch immer klappt das nicht. Wenn es ganz schlimm ist, wenn ich wieder ganz tief unten bin, dann hilft mir nur noch der Schmerz. Und wenn der natürliche, gewohnte Schmerz nicht recht, dann füge ich mir selbst Schmerzen zu. Und nach dem Klinikaufenthalt ist es schlimmer geworden. Ich spüre mehr, was ja eigentlich gut ist. Dennoch macht mit das "mehr" auch echt Angst.
Also weiter warten. Auf die Gewohnheit, die Ruhe und die Gelassenheit. Ich sehe sie am Horizont, aber noch bin ich nicht da. Doch das Ziel ist mir vor Augen!