Dienstag, 4. April 2017

Gedanken und Gefühle

Es ist immer ein Hin und Her.
Die Gedanken kreisen und sie werden immer abstruser. Immer schwärzer bis kein Licht mehr hinkommt.
Dann noch die Gefühle. Sie schwanken. Zwischen Liebe und Hass. Zwischen Freude und Wut. Zwischen Euphorie und der unendlichen Traurigkeit.

Kein Tag ist wirklich gleich, aber trotzdem bieten sie keine oder kaum Abwechslung. Und da ist sie wieder, diese Dunkelheit die Sekunden, Minuten, Stunden einfach ausradiert. Oft sitze ich einfach nur da, gefangen in meinen Gedanken und Gefühlen und merke nicht, wie der Tag zu Ende geht.

Die Gedanken gehen mit Gefühlen einher, die mich an mir zweifeln lassen. "Habe ich das Recht gehabt, mich so zu entscheiden?", "Liebt er mich noch, wenn ich nicht endlich gesund werde?", "Bin ich bald ganz allein, oder bin ich es nicht schon jetzt?", "Wem würde ich denn fehlen, wenn es mich nicht mehr gibt?", "Würde es weh tun, wenn ich all meine Tabletten auf einmal nehme?". Manchmal bin ich so verzweifelt, so am Ende, dass ich in nichts mehr einen Sinn sehe. Manchmal bin ich so einsam, das mir richtig kalt wird.

Manche Gedanken werden zu dem Gefühl der unbändigen Wut. "Ich scheine ihm wirklich egal zu sein, dann ist er es mir auch!", "Was bildet sie sich eigentlich ein, mich so zu behandeln?", "Warum versteht er mich nicht?".

Dann kann aus Wut, wieder Trauer werden. und das für mich typische "Ich bin nicht gut genug", "Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden!", "Warum werden andere vor mir beschützt?", Ich muss ein schwacher Mensch sein, sonst hätte ich ja keine Depression!". Es gibt noch unglaublich viel mehr Beispiele welche Gedanken mir dich den Kopf springen, wie ein angeschossenes Reh auf der Fluch. Viele davon würden sich mit einer logischen, objektiven Wahrnehmung in Luft auflösen. Aber ich bin nicht logisch und objektiv. Nicht in dieser Spirale.

Dann gibt es wieder Tage, an denen könnte ich Bäume ausreißen. Nichts scheint mir unmöglich. Ich singe und Tanze. Schaffe meine Hausarbeit, springe unter die Dusche und kann es kaum erwarten, etwas produktives zu machen. Dann denke ich sogar, ich kann endlich wieder arbeiten und meinen Teil beitragen. Diese euphorischen Tage sind anstrengend und erschöpfen mich ungemein. Noch mehr, als die dunklen Tage.

Meine "Lieblingstage" sind die, an denen ich mich an kleinen Dingen erfreuen kann. An denen ich meinen Mann in den Arm nehmen kann und ihm zeigen kann, wie sehr ich ihn liebe und schätze. Es sind die Tage, an denen ich weiß, dass ich krank bin. Aber auch weiß, dass ich wieder gesund werde. An denen weder alles schwarz , noch alles kunterbunt ist. Es sind die Tage, die ich bewusst erlebe.

Gedanken und Gefühle sind ein Auf und ein Ab. Sie sind prägend, aber man kann sie verändern. Schritt für Schritt. Jeden Tag aufs Neue!

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