Sonntag, 16. April 2017

Depressionen und Intimität (körperlich)

Nein, es geht gerade nicht um Sex. Es geht um alles drum herum.

Ich bin und war schon immer sehr Körperbezogen. Ich liebe es zu kuscheln, anzufassen, zu küssen und jemanden in den Arm nehmen, oder in den Arm genommen zu werden. Ich liebe es, die Wärme des anderen zu spüren. Ihn zu riechen. Jeder Mensch hat seinen ganz eigenen Geruch. Und das mag ich sehr. Manche riechen warm, holzig. Wie Erde an einem sonnigen Herbsttag. Andere riechen wie eine Wiese nach einem Regenguss. Frisch, sauber und ganz zart nach Blumen.

Aber ich schweife ab.

An manchen Tagen bekomme ich einfach nicht genug von körperlicher Nähe. Am liebsten würde ich in meinen Liebsten reinkriechen. Da kann er mich einfach nicht nah genug sein. Ich will ihn die ganze Zeit spüren, in um mich haben. Ihn anfassen. Dann ist mir nichts nah genug.

Und dann gibt es diese Tage, wo ich es kaum ertrage, wenn er mich berührt. Wenn er mich anfasst und wenn er mich küsst. Ich lasse es nur über mich ergehen. Auch um ihn nicht zu verletzten. Ich versuche, es mir nich anmerken zu lassen. Ich versuche es zu geniesen und mich daran zu erinnern, dass ich es eigentlich gerne habe, wenn er mich berührt. Ich zwinge mich dazu, ihm die Liebe entgegen zu bringen, die er verdient und die ich für ihn empfinde, gerade aber nicht zeigen kann.

Manchmal ist es schwer, zwischen dem, was man selbst gerade will und braucht und dem, was anderen weh tun könnte zu entscheiden und abzuwägen. Es fällt mir nicht immer leicht, die Balance zu finden. Aber ich versuche es immer und immer wieder.

Depressionen und Intimität sind nicht immer miteinander vereinbar. Aber wenn beides zu deinem Leben gehört wirst du einen Weg finden.

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