Sonntag, 30. April 2017

Wichtige Personen in meinem Leben: Schwester 1 - Teil 1 Wir sind so unterschiedlich Tag und Nacht

Meine Schwester 1 (da ich keine Namen nennen möchte, werde ich sie einfach durchnummerieren) und ich hatten und haben keine einfache Beziehung zueinander. Ich bin die Älteste, war aber nie die Stärkere. Oder die Dominantere.

S1 war ganz anders und ist ganz anders als ich. Wir waren schon immer wie Tag und Nacht. Schwarz und Weiß. Wasser und Feuer. Ich denke, es ist klar, was ich meine... Und nein, ich sage nicht, dass sie die Böse und ich die Gute war oder bin. Erstens liegt so was immer im Auge des Betrachters und zweitens war es nie nur ein einseitiges Fehlverhalten.

Wir sind wirklich in allem verschieden. Angefangen vom Aussehen, über Interessen bis hin zu politischen Ansichten. Und in diesem Beitrag soll erst mal nur um unsere Unterschiede gehen. Denn Gemeinsam haben wir nur, dass wir beide unsere Familie lieben. Aber auch dies auf unterschiedliche Art und Weise.

Die Unterschiede

Aussehen:
S1 war schon immer schlank und sie ist und wahr auch wirklich eine sehr hübsche Frau. Sie hat schönes, lockiges braunes Haar, große, braune Augen und ein symmetrisches Gesicht. Sie war schon immer groß und hat eine wirklich tolle Figur.

Ich hingegen war schon immer stämmig (um nicht zu sagen dick), habe von Natur aus Straßenköterblondes, glattes, recht dünnes Haar, neige zu Unreinheiten, bekomme schnell Narben, und mein recht großer Busen hat den Kampf gegen die Schwerkraft sofort verloren. Ich habe grüne Augen und ein rundliches Gesicht. Ich bin zwar nicht hässlich, mag meine Augen und meine Hände an mir sehr gern, aber optisch konnte ich es nie mit S1 aufnehmen. Natürlich hat mir das schon immer etwas ausgemacht und ich war sehr, SEHR neidisch darauf, das meine Schwester so hübsch war und ich so eine graue Maus.


Intelligenz:
Dafür habe ich mich immer für klüger, intelligenter gehalten. Ob ich das bin oder nicht, ist erst mal egal. Ich habe mich zumindest dafür gehalten (und muss gestehen, tue es noch immer). Meine Schwester habe ich immer damit aufgezogen, dass ich klüger sei als sie. So wie sie mich immer damit aufgezogen hat, das sie schöner wäre, als ich.

Ich war immer besser in der Schule, konnte Dinge schneller begreifen und lernen. Ich habe von Natur aus ein gutes Gedächtnis und das kam und kommt mir wirklich zu Gute. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun und macht mich auch nicht klüger als andere. Doch als Kind habe ich das mit Klugheit verwechselt. Heute bin ich da weiter. Auch wenn ich weiß, dass ich recht klug bin, schnell begreife und ich teilweise nicht nachvollziehen kann, warum manche Menschen so langsam sind, halte ich mich sicher nicht für den neuen Einstein oder auch nur Klüger als den Durchschnitt. Als Kind auch nicht, aber da habe ich mir was darauf eingebildet, klüger zu sein, als meine Schwester.

Interessen:
Was genau die Interessen meiner Schwester sind, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Es ist schwer, mit ihr ein gemeinsames Thema zu finden, weil ich ihre Interessen gar nicht wirklich kenne und sie meine nicht interessiert.

Mich interessiert wirklich viel:
Ich liebe Bücher. Egal ob Belletristik oder Sachbücher. Ein Lexikon habe ich als Kind zum Spaß gelesen. Genauso habe ich aber auch Mangas verschlungen.
Ich male, zeichne, bastle siede Seifen und arbeite allgemein gerne mit meinen Händen. Ich koche für mein Leben gern (backen ist aber nicht so meins...) und liebe es, neue Dinge zu erlernen. Mir wird schnell langweilig und ich muss immer was zu tun haben. Denken, rätseln, lernen. Schon immer war mir das wichtig und hat mir Spaß gemacht.
Auch war ich schon immer an Esoterik und Geschichte interessiert. Hexen, alte Religionen, alte Kulturen, Menschheitsgeschichte. Oder das Periodensystem der Elemente, oder Genetik, Medizin. Es gibt fast nichts, was mich nicht interessiert.

Auch zocke ich gerne und viel (wohl manchmal zu viel...).

Alles in allem, ich habe Interessen, die meine Schwester nicht teilt und ich kenne ihre nicht um etwas gemeinsames zu finden.

Das hat schon sehr oft zu Diskusionen geführt, die keiner "gewinnen" konnte, da entweder das Verständnis, oder das Interesse fehlte.


Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl:

Das Selbstvertrauen meiner Schwester wollte ich als Kind immer haben. Sie kam mir immer so tough vor. Sie hat ihr Ding gemacht, ohne Rücksicht auf andere. Sie wollte etwas, sie hat es durchgesetzt. Und das fand ich schon als Kind bewundernswert.

Ich war nicht so. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, so gewesen zu sein. Auch heute ist es noch nicht so. Es sei denn, mir ist etwas wirklich wichtig. Dann bringen mich keine 10 Pferde davon ab. Aber sonst... da bin ich eher zurückhaltend mit meinem Wünschen und achte eher darauf, das andere ihre Wünsche erfüllen können. Egal, ob es mir damit gut geht, oder nicht

Damit will ich meiner Schwester keinen Egoismus unterstellen. Und mir keinen Al­t­ru­is­mus. Wir sind einfach verschieden. Haben verschiedene Wege eingeschlagen und unterschiedliche Dinge, die uns wichtig sind. Das macht keinen von uns besser oder schlechter als den anderen. Eben nur anders. Und anders sein ist nicht schlimm, auch wenn man den anderen nicht immer verstehen kann oder will.

In vielen Punkten habe ich meine Schwester bewundert. Auch heute noch bewundere ich sie für vieles. Sie hat Dinge in ihrem Leben geschafft, die ich nicht geschafft habe. Und vielleicht auch nie schaffen werde.

Vielleicht siehst du auch, was ich damit meine, dass wir unterschiedlich sind, so wie Tag und Nacht. Aber hier ging es nur um unsere Unterschiede. Später werde ich auf uns beide und unsere Beziehung zueinander eingehen.

Doch hier ist nun erst mal Schluss. Der Text ist eh schon sehr lang und muss nich noch weiter aufgebläht werden.

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