Seit Tagen wieder könnte ich nur schlafen. Die letzte Zeit war sehr anstrengend für mich.
Ich stand wieder kurz davor, dem Wunsch, mein Leben nicht mehr weiter zu führen, nachzugeben. Offensichtlich habe ich es nicht getan. Ob ich froh bin? Nun, keine Ahnung. Es gibt Momente, da freue ich mich am Leben zu sein. Zu Leben. Ich habe einen wirklich tollen Mann an meiner Seite. Einen Menschen, den ich bedingungslos liebe. Auch wenn er mich manchmal in den Wahnsinn treibt, er ist ein ungemein wichtiger Grund, warum ich nicht so einfach gehen kann und will. Ich möchte eines Tages seine Frau und die Mutter seiner Kinder sein.
Dennoch nagt ein Gefühl an mir, das ich nicht so recht verstehe. In meinen vorherigen Posts habe ich bereits meinen besten Freund erwähnt. Ebenfalls ein Mensch, den ich bedingungslos liebe. Aber ich liebe ihn so, wie ich meinen Mann liebe. Ohne das ich meinen Mann weniger liebe. Es ist eher so, als wäre mein Herz dadurch gewachsen. Doch diese Liebe ist nicht "gut" für mich, denn sie
- wird immer unerwidert bleiben;
- ist sehr verwirrend für mich;
- ist vielleicht nur eine Projektion von Gefühlen, die vorher meiner Familie galten.
Doch er ist ebenso liebevoll, schüchtern, unsicher, immer für mich da und er hat die schönsten braunen Augen, die ich jemals gesehen habe.
Was so an mir nagt, ist das Verlangen, was er in mir hervor ruft. Ich will ihn. Auf unterschiedlichen Ebenen.
Ich will ihn ständig um mich haben (auch wenn er es innerhalb von Sekunden schafft, dass ich ihn am liebsten ins Gesicht schlagen möchte).
Ich will immer wissen, wie es ihm geht und vor allem, dass es ihm gut geht und er glücklich ist (Was in seinen Augen eine Verschwendung von Ressourcen ist...)
Ich will ihn aber auch körperlich. Ich will ihn küssen, ihn spüren. Ihn umarmen und mit ihm schlafen.
Bei dem Gedanken oder besser dem Wunsch, mit ihm zu schlafen, fühle ich mich nicht schlecht. Es inspiriert mich in vielen Punkten sogar. Außerdem weiß mein Mann davon. Er weiß, wie sehr ich ihn liebe, er weiß aber auch, dass ich meinen besten Freund liebe. Und er weiß auch, dass ich ihn niemals verlassen würde und er tatsächlich und unwiderruflich meine große Liebe ist.
Es geht also hierbei nicht um ein schlechtes Gewissen meinem Mann gegenüber. Wir sind sehr offen und können ohne Probleme darüber reden, wen wir anziehend finden.
Es schmerzt mich aber, mein Verlangen, meine Wünsche, meine Lust auf einen Mann, der für mich die zweitwichtigste Person meines Lebens ist, nicht unter Kontrolle zu haben.
Es ist ein ständiges Auf und Ab. Gerade muss ich wieder viel an meinen Besten Freund denken. Obwohl ich versuche, ihn aus diesem Teil meines Lebens, meinem Verlangen, meinen Wünschen rauszuhalten. An Tagen wie diesen ist es sehr schwer und ich bin unglaublich niedergeschlagen, traurig und grüblerisch.
Aber nach dem Ab kommt auch immer weder das Auf. Und das wird auch dieses Mal wieder kommen.
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