Samstag, 9. September 2017

lange nichts mehr gehört

Seit einigen Tagen bin ich wieder zu Hause. Ich war 8 Wochen in einer psychosomatischen Klinik.

Der Aufenthalt war lange geplant und auch absolut notwendig. Doch geheilt (wie ich es insgeheim gehofft hatte) bin ich noch lange nicht. Es liegt noch ein Weg vor mir, der lang, steinig und anstrengend sein wird. Aber hey, so ist das Leben! Und es wird mit jedem Schritt leichter werden und auch wenn momentan noch viele Steine am Wegesrand liegen, werden auch bald wieder Blumen blühen, Bäume wachsen und Vögel zwitschern. Davon bin ich fest überzeugt!

In der Klinik habe ich viel gelernt (darauf werde ich in anderen Posts eingehen). Auch wenn mich, seit ich wieder zu Hause bin, eher das Gefühl beschleicht, dass ich rein gar nichts mitgenommen habe. Aber objektiv betrachtet stimmt das nicht. Ich konnte zum Beispiel nicht wirklich weinen. Oder allgemein Gefühle zulassen. Hauptsächlich das Gefühl der Trauer. Ich hatte Angst, teilweise regelrecht Panik, wenn es um meine Gefühle ging. Und dadurch auch die ein oder andere Panikattacke während des Aufenthaltes. Doch ich hatte ganz wunderbare Therapeuten unnd auch ganz tolle Mitpatienten, die mich aufgefangen haben. Es war eine gute und auch eine lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte. Und heute kann ich sogar manchmal Gefühle wirklich zulassen und spühren.

Doch nun ist der Alltag wieder eingekehrt und es fällt mir noch immer schwer, mich wieder zu Hause einzuleben. Ich muss wirklich kämpfen, um nicht immer und immer wieder in die alten Muster zurück zu fallen. Doch mit kleinen, ganz kleinen Schritten geht es bergauf. Und dafür bin ich sehr dankbar!

Scheu dich nicht um Hilfe zu bitten. Hilfe zu brauchen, ist keine Schwäche. Es hilft dir, wieder aufrecht gehen zu können. Zuerst mit Krücken, aber irgendwann kannst du wieder allein laufen und dann sogar wieder rennen.

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