Schon Einstein lehrte uns, dass Zeit relativ ist. Sie vergeht nicht überall gleich schnell. Oder zumindest fühlt es sich nicht immer so an.
Bei mir vergeht die Zeit gerade unregelmäßig. Es gibt Momente, das vergeht sie wie im Flug. Dann schleicht sie wieder, als hätte sie Angst, was auf sie zukommt.
Manchmal sitze ich stundenlang einfach nur rum, ohne zu merken, dass es schon Abend wird und ich mich seit drei Stunden kaum bewegt habe. Ich erschrecke, wenn mein Mann heim kommt. Und auf die Frage : "Was hst du den ganze Tag gemacht?" kann ich höchstens sagen: "Nichts".
Dann gibt es Tage, da steht mein Mann in der Tür und ich frage mich, wie es schon so spät sein kann. Ich bin doch eben erst aufgestanden und habe angefangen, dieses und jenes zu machen... Wenn dann die Frage kommt, sprudelt aus mir heraus, als gäbe es keinen Morgen. Doch dann sehe ich seinen Blick und weiß, das war zu viel... ich hab es wieder übertrieben. War wieder so sehr im Hamsterrad gefangen, dass es morgen wieder ein Tag sein wird, an dem ich kaum aus dem Bett kommen werde.
Aber es gibt auch Tage, da kann ich in Ruhe ein Buch lesen, die Wäsche waschen und bin im Fluss mit der Zeit. Sie vergeht nicht so, dass ich mich schlecht fühle. Sondern so, dass es sich normal anfühlt. Doch, wie vieles im Moment, sind solche guten Tage sehr selten.
Aber es gibt sie. Oft merke ich erst im Nachhinein, dass es gestern besser war, weswegen ich die guten Tage nicht so recht würdigen kann. Aber selbst wenn ich sie später erkenne, ich bin froh, dass es sie überhaupt gibt.
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